FME-Labor: Point Clouds

Freitag, 24. Juni 2011

 

Mit dem Release von FME 2011 wurde die Liste der Geometrietypen um den Geometrietyp Punktwolke (engl. Point Cloud) erweitert. Als Punktwolke bezeichnet man im Allgemeinen eine Ansammlung von Stützpunkten in einem dreidimensionalen Raum. Dieser Zusammenschluss von Punkten wird in FME als ein einziges Feature vom Typ PointCloud interpretiert.

Wie jede Vektor-Geometrie besteht auch eine Punktwolke aus XYZ-Koordinaten und Attributen. Im Falle der Punktwolken kommen noch spezielle Attribute, die sog. Komponenten (components) hinzu. Diese Komponenten können z.B. Informationen zum Befliegungszeitpunkt, Flugroute, Wetterverhältnissen etc. beinhalten.

Man kann eine Punktwolke auch wie ein Rasterbild betrachten, das in sich genommen ein einziges Feature mit einer festgelegten Ausdehnung darstellt, welches aber aus vielen einzelnen Zellen (Pixeln) besteht.

 

Durch die Unterstützung von Point-Cloud-Geometrien eignet sich FME nun auch für die Verarbeitung von LIDAR-Daten. Dies scheiterte zuvor an mangelnder Performance, da jeder gemessene Punkt des LIDAR-Datensatzes als ein einzelnes Feature interpretiert wurde.     

Das gängigste PointCloud-Format ist LAS. Es wurde als offenes und standardisiertes Format für die Speicherung von LIDAR-Daten entwickelt. FME stellt einen LAS-Reader- und Writer zur Verfügung, der die Features automatisch als Punkwolken erkennt.

 

Oft werden LIDAR-Daten jedoch als nicht-standardisierte Text-Dateien abgelegt. Für diesen Fall gibt es den sog. XYZ-Reader- und Writer. Ähnlich wie bei CSV-Dateien, können bei diesem Format Einstellungen getroffen werden, welche die korrekte Interpretation der Text-Dateien erlauben, die die LIDAR-Daten beinhalten.

Weitere Formate, die Punktwolken unterstützen sind Oracle, Geodatabase und MrSID. Das Lesen und Schreiben von Punktwolken mit diesen Formaten soll in den kommenden FME-Versionen ermöglicht werden.

Eigens für die Verarbeitung von Punktwolken wurde eine neue Transformer-Kategorie entwickelt. Diese beinhaltet die Transformer PointCloudCoercer, PointCloudCombiner, PointCloudCreator, PointCloudPropertyExtractor, PointCloudSplitter und PointCloudThinner.

Mit diesen speziellen Transformern ist es z.B. möglich, Punktwolken zu bearbeiten ohne deren Geometrie zu ändern, Punktwolken aus anderen Geometrien erzeugen oder Punktwolken in andere Geometrien umzuwandeln.

 

Alle übrigen Transformer können selbstverständlich auf die gleiche Weise auf Punktwolken angewendet werden wie auf jeden anderen Geometrietyp. Die besonderen Eigenschaften der Point Cloud Geometrie werden automatisch erkannt und sinngemäß angewendet.

 

Mehr Tipps und Tricks zur Anwendung von FME finden Sie im FME Labor.


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