FME Labor: MapText Labeller

Samstag, 01. Juni 2013

Für alle, die FME nicht nur als eine Arbeitsmaschine zum Transformieren ihrer Datenstrukturen nutzen wollen, sondern auch einen Wert auf eine kartographisch korrekte und visuell ansprechende Darstellung ihrer Daten legen, gibt es jetzt den Transformer MapTextLabeller, als kostenpflichtiges Extra-PlugIn.

 

Dabei handelt es sich um eine Technologie, welche von der Firma MapText entwickelt wurde und bereits seit Längerem in den führenden GIS- und CAD-Produkten als PlugIn zum Einsatz kommt. Aus diesem Grund ist MapText für viele Nutzer von AutoCAD, ArcGIS, Geomedia und Intergraph bereits ein Begriff.

 

Jeder, der aus seinen Geodaten eine druckbare Karte herstellen muss, weiß um die Herausforderungen, die eine optimierte Schriftsetzung mit sich bringt. Insbesondere bei komplexen Karten, mit vielen Layern und sich überlappenden Objekten mit unterschiedlichen Geometrietypen, Größen und Orientierungen, ist die Schriftplatzierung sehr schwierig.

Der MapTextLabeler sorgt hierbei für eine Bereinigung von Konflikten und generiert einen, nach kartographischen Regeln, optimierten Output. Zusammen mit der leistungsstarken FME-Engine, können so,  innerhalb von wenigen Minuten, Tausende von Beschriftungen intelligent platziert werden.

 

Die Bedienung des MapTextLaberers mag für einige Nutzer vielleicht verwirrend erscheinen, da ein frisch eingefügter Transformer noch über keine In- und Output-Ports verfügt und man über mehrere FME-fremde Dialoge navigieren muss. Erfahrene FME-User kennen ähnliches jedoch bereits vom InlineQuerier-Transformer, der zunächst ebenfalls ohne Ein- und Ausgänge auskommt.

 

Im ersten Dialogfenster wird das Zielformat ausgewählt. Das ist wichtig, da die verschiedenen GIS- und CAD-Systeme ihre Schriften unterschiedlich definieren.  So ist z.B. die interne Definition von dem, wo ein Zeichen anfängt und wo aufhört, von System zu System unterschiedlich. Zur Auswahl stehen dabei AutoCAD, MicroStation, ArcGIS, MapInfo, GeoMedia und FME Generic. Falls das gewünschte System hier nicht aufgeführt, besteht dennoch die Möglichkeit, dass das gewünschte Zielformat, die gleiche Platzierungsmethode benutzt, wie eines der aufgeführten Systeme.

 

Im Gegensatz zu der üblichen FME-Methode, alle Objekte in Karteneinheiten zu bemessen, benutzt der MapTextLabeler Punkt (wie z.B. MS Word) als Größeneinheit für Schriften. Daher muss man beim Parameter “Ground Units Per Font Point” angeben, aus wie vielen Karteneinheiten ein typographischer Punkt besteht.

 

Der untere Bereich des Dialogfensters definiert die Ein- und Ausgänge des Transformers. Dabei werden in der Spalte „Layer“ die Eingänge und in der Spalte „Attribut“ die Ausgänge definiert.

 

Die Kernfunktionalität des MapTextLabelers verbirgt sich allerdings hinter dem Configue-Button. Dieser führt direkt zum MapText-Manager. Hier sind alle ausgewählten Layer und Attribute bereits aufgelistet.

 

Die Terminologie ist jedoch eine andere als im FME. So steht FeatureType hier für den Geometrietyp. Dieser muss als erstes gewählt werden. Im nächsten Dialogfenster werden die Style-Eigenschaften, wie Texttyp, Farbe, Größe etc.  ausgewählt.  Im letzten Dialogfenster gelangt man schließlich zu den eigentlichen Beschriftungsregeln (Rules), wo das „Finetuning“ für die Schriftsetzung eingestellt wird. Dabei gibt es für jeden Geometrietyp, einen eigenen Dialog.

 

So kann man bei Punktobjekten z.B. die Orientierung angeben sowie eine dynamische Größenanpassung, Hinzufügen von Pfeilen oder die Überlappung mit Objekten und anderen Labels erlauben. Bei Linien ist es zusätzlich möglich, die Labels an den Linienverlauf anzupassen, den Offset zu bestimmen, Namen zu wiederholen, Wörter zu trennen, Überhänge bestimmen oder die Labels als Symbole (z.B. für Autobahnen) darzustellen. Bei Flächen kommen noch weitere Optionen hinzu, wie z.B. die Angabe eines Winkels für eine perspektivische Darstellung der Schrift, sowie. die Platzierung entlang von Flächengrenzen oder außerhalb der Flächen.

 

Für jeden Layer, kann eine beliebige Anzahl unterschiedlicher Beschriftungsregeln definiert werden. Danach steht der Beschriftung nichts mehr im Wege und man kann sich entspannt zurücklehnen und voller Vorfreude, seine Karte mit kartographisch korrekten und ästhetisch ausgewogenen Beschriftungen, erwarten.


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