Ausgabe 2016

Digitalisierung im Geo-Umfeld

Wie wir von axmann unsere Kunden dabei unterstützen, schneller einen höhreren Grad der Digitalisierung zu erreichen, ist unter anderem Thema in diesem axmann insider. Weiters führten wir ein ausführlichen Interview mit Herrn Christoph Turecek, seines Zeichens Leiter der Gruppe „EDV, NIS und Zeichensaal“ bei der MA 31, Wiener Wasser. Außerdem stellen wir unsere neue FME Erweiterung "data:AT" vor und freuen uns auf Ihre Anregungen.

Vorwort

Laut Wikipedia wurden erstmals im Jahr 2002 mehr Informationen digital als analog gespeichert. Von einer „Volldigitalisierung“ – der kompletten digitalen Überführung des in Dokumenten gespeicherten analogen Wissens der Menschheit – sind wir indes noch meilenweit entfernt. Wir als axmann unterstützen unsere Kunden, schneller einen höheren Grad der Digitalisierung zu erreichen.

Für uns ist naturgemäß die „Digitalisierung von Geoinformation“ von Interesse: Welche Rolle FME bzw. axmann in diesem Bereich spielen, lesen Sie im Leitartikel.

Auch bei der Magistratsabteilung 31 der Stadt Wien, Wiener Wasser, spielen Geodaten, deren Erfassung, Digitalisierung, Verarbeitung und die Qualitätssicherung eine wesentliche Rolle. Christoph Turecek, Leiter der Gruppe „EDV, NIS und Zeichensaal“, beantwortet unsere Fragen in einem ausführlichen Interview.

Was es mit der neuen FME-Erweiterung „data:AT“ auf sich hat, erfahren Sie auf der letzten Seite dieses Insiders.

Bei der AGIT von 6.-8. Juli 2016 in Salzburg finden Sie uns neu am Stand 17!

Und nicht vergessen: 
wir bringen Ihre geodaten in form!

Die axfrauen und axmänner

Leitartikel: Digitalisierung im Geo-Umfeld

Viele unserer Kunden beschäftigen sich derzeit mit der digitalen Abbildung von (Geo-)Informationen und Prozessen: sie erfassen analoge Pläne digital, führen Qualitätsmechanismen ein, stoßen Big-Data-Projekte an und verknüpfen die (Geo-)Prozesse zu einem durchgängigen Workflow. axmann unterstützt Sie dabei bestmöglich!

Bei der Digitalisierung geht es nicht nur um die Verarbeitung analoger Pläne. Das bildet zwar häufig die Grundlage für einen kompletten digitalen Bestand, jedoch sind auch die zugehörige Qualitätssicherung ohne manuelles Zutun, das Umsetzen riesiger Datenmengen ohne Zwischenschritt oder der nahtlose Übergang von Bearbeitungsschritten zu einer automatisierten Prozesskette Themen der Digitalisierung im Geo-Umfeld.
Laut aktueller Studien führen ca. 80 % der Unternehmen die Digitalisierung in Kooperation mit externen Partnern durch. Wir informieren Sie daher, mit welchen Produkten und Serviceleistungen wir Sie  dabei unterstützen.
Dieses Thema spannt sich von der Digitalisierung analoger Pläne bis zur intelligenten Verknüpfung mehrerer Datenquellen. Denn getrennt voneinander betrachtet liefern selbst die besten Datenquellen nur Teilinformationen. 

Grundlage: Datenmanagement

Derzeit sind noch viele Daten analog vorhanden. Hier ist die Aufgabenstellung klar, doch gibt es auch Hybrid-Fälle. Wenn z. B. Pläne für die Feldarbeit analog exportiert und geändert und dann wieder digital eingepflegt werden. Sind mehrere Thementöpfe digital vorhanden, ist das also noch kein Indiz für ein sauberes Datenmangement.
Egal wo im Datenmanagement Sie gerade „stecken“, wir bieten die Lösungen: Beschaffen bzw. Aktualisieren der Daten, Analysieren der Datenstruktur, Digitalisieren, Erstellen/Ergänzen und Veredeln/Verbinden mehrerer Quellen. Beim Stift Vorau z. B. galt es, einige dieser Schritte zu kombinieren. DXF, SHP, Access und analoge Forstkarten wurden zu einem topologisch sauberen Forstdatenbestand aufbereitet und bilden nun einen homogenen und intelligenten Datenbestand für das GIS.

Qualität sichern

Digital ist nicht gleich fehlerfrei! Für weitere Bearbeitungsschritte ist daher nicht nur eine digitale Grundlage wichtig, sondern ein sauberer Datenbestand das A und O. Ob eine Prüfung mit FME-Workspaces oder eine Prüfung durch das Online-Service checkgeodata.net erfolgt, hängt von Ihrem Datenmanagement ab.
Bei Prüfungen mittels FME stoßen Sie diese nach den Datenmanagement-Schritten an. Die Vorteile sind der Zugriff auf interne Systeme zum Abgleich mit Bestandsdaten und die Prüfung großer Datenmengen. Der Nachteil ist die manuelle Interaktion. Mit dem Online-Service checkgeodata.net automatisieren Sie die Qualitätssicherung und verlagern diese zum Lieferanten, jedoch fehlt die Anbindung an interne Systeme, und große Datensätze in der Cloud benötigen aufgrund des Uploads länger. Egal welche Variante, Fakt ist, dass Qualitätssicherung noch nie so wichtig war wie in der digitalen Zeit.

Big Data analysieren – FME

Die Bearbeitung großer GIS/CAD-Datensätzen stellt viele Unternehmen vor schwierige Aufgaben. Die Datenmengen steigen kontinuierlich an und flächenübergreifende Auswertungen benötigen alle Daten in einem Prozess. Wenn Sie z. B. alle Sachinformationen in unterschiedlichen Systemen pflegen, dann kann kein einheitlicher räumlicher Datensatz für Analysen und Auswertungen erstellt werden – er wird in Echtzeit prozessiert.
FME verknüpft verschiedene Datensätze aus 400 möglichen Datenquellen und bietet eine „360 Grad-Sicht“ auf Daten unterschiedlicher Herkunft. Datenübergreifend zu analysieren mit einem einzigen Tool schont die Kosten und erspart Zwischenschritte, wie Otto Heilig von der EVN GeoInfo bestätigt: „Lösungen im Bereich speicherintensiver Geodaten werden von uns zunehmend mit dem Einsatz von FME erbracht. So erfolgt beispielsweise die Aufbereitung der DKM des gesamten Versorgungsgebietes von 3126 Katastralgemeinden (2,6 GB) in einem Schritt. Auch die Konvertierung  gescannter Pläne und Dokumente von TIFF nach PDF für ca. 14.000 TIFF-Dateien stellt  für FME kein Problem dar.“

Digitale Prozesse mit FME Server

Die Automatisierung von Prozessschritten ist ebenfalls Teil der Digitalisierung. Dabei spielen ineinander-
greifende Services zur Verknüpfung mehrerer Mitspieler eine große Rolle. FME Server kann z. B. beim Eintreten eines Events (Plan wird auf Server geladen) automatisch starten und eine Prozesskette auslösen. Bei vielen Kunden ist FME Server auch „nur“ ein Teil einer größeren Prozesskette. Die bereitgestellte REST-API erlaubt die Steuerung der FME-Schritte vom Masterprozess. So geschehen beim Geoshop des Landes Niederösterreich. Die Shop-Applikation wickelt den Ankauf von Geodaten ab und ruft FME Server im Hintergrund automatisch auf. Dieser stellt dann den bedarfsgerechten Geo-Download als Teil der Auslieferungskette im gewünschten Format bereit.
Ob Sie nur Teile des Datenmangements benötigen, eine automatische Prüfung oder einen ganzen durchgängigen Prozess – mit den axmann Serviceleistungen und unseren Produkten sind Sie bei Ihren Digitalisierungsaufgaben sehr gut beraten. Wir begleiten Sie mit unserem erfahrenen Team und zeigen Ihnen verborgene Chancen zur Effizienzsteigerung und zu Kosteneinsparungen auf.

Interview: Digitales Wiener Wasser

Christoph Turecek, Leiter der Gruppe „EDV, NIS und Zeichensaal“ bei der Wiener Magistratsabteilung 31,  Wiener Wasser, im Gespräch über die Herausforderungen beim Datenmanagement.

axmann: Herr Turecek, würden  Sie bitte Ihren Tätigkeitsbereich beim Magistrat der Stadt Wien vorstellen?Turecek: Meine Funktion in der Magistratsabteilung 31 – Wiener Wasser – ist die Leitung der Gruppe „EDV, NIS und Zeichensaal“. Meine Gruppe ist für die Erstellung und Archivierung von technischen Bau- und Lageplänen, die Unterstützung bei EDV-Problemen und Bereitstellung der benötigten Software sowie den Betrieb unserer Server zuständig. Der NIS-Bereich bezieht sich auf das Geoinforma-tionssystem der MA 31, welches bei uns meist als NIS, also Netzinforma-tionssystem, bezeichnet wird.

axmann: Mit welchen Geodaten haben Sie in Ihrem Tätigkeitsbereich zu tun?
Turecek: Da wir ein Netzbetreiber sind und damit für Lieferung und Verteilung des Trinkwassers zuständig, handelt es sich hauptsächlich um Leitungsnetze. Für die Analyse und Verbesserung des Systems sowie die Wartung der Strecke werden jedoch eine große Menge anderer Daten im System mitgeführt. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an Geodaten von anderen Dienststellen (z. B. Mehrzweckkarte, basemap.at, Belagsflächen oder den zentralen Leitungskataster).

axmann: In welchen Bereichen greifen Sie auf Produkte und Dienstleistungen der Firma axmann zurück?
Turecek: Einerseits wird FME seit der Einführung durch die Firma axmann im Magistrat verwendet. Bei uns speziell für die Datenprüfung eingehender Rohrbaustellen-Vermessungsdaten und für die gezielte Ausgabe von NIS-Daten aus der Geodatenbank (ArcGIS, SDE, Oracle) für die Planungsabteilung im CAD (AutoCAD).
Andererseits haben wir seit vielen Jahren Personal der Firma axmann als externe Mitarbeiter bei uns, die speziell Datenmangement und Digitalisierungen für das GIS durchführen. 

axmann: Welche Projekte wurden hier in den letzten Jahren erstellt?
Turecek: Zu den Projekten dieser derzeit 3 MitarbeiterInnen gehören der Aufbau und die Einarbeitung der Geodaten  für die I. Hochquellenleitung, das Quellgebiet Wildalpen der II. Hochquellenleitung und der Wasserleitung Moosbrunn. Inzwischen auch die Betreuung der gesamten Außenstrecken sowie Übersichtskarten zu Anforderungen wie Quellschutzgebiete, Brückenpläne oder Gebäudeübersichten. Weiters der Abgleich der internen und externen Kabel mit der Kabelgruppe der MA 31 und zusätzlich die Eingabe und Verortung aller aufgetretenen Gebrechen zur Analyse und Vorbeugung als Grundlagendaten für unser Rohrnetzrehabilitationsprogramm PiRem.

axmann: Warum ist das Digitalisieren von Informationen, in Ihrem Fall Geodaten, so wichtig?

Turecek: Die großen Vorteile der Digitalisierung, im Gegensatz zur Haltung von analogen Plänen, sind die schnelle Aktualisierbarkeit, die zentrale Verfügbarkeit sowie die Möglichkeit der Sicherung des „Kapitals der MA 31“ (je genauer die Lage der Leitungen dokumentiert ist, desto besser ist die Effizienz im Falle von Gebrechen oder Neuverlegung). Zusätzlich hat sich gezeigt, dass durch die Vereinheitlichung aller Daten in einem Standard die Übersicht und Transparenz wesentlich gesteigert wurde (keine Anhäufung von redundanten Daten mehr, gemeinsame Kommunikation verschiedener Bereiche mit einem Gesamtplan etc.)

axmann: Welche zu- sätzlichen Möglichkeiten bzw. welcher Mehrnutzen ergeben sich dadurch für den Magistrat?
Turecek: Der Nutzen für den Magistrat ergibt sich natürlich schon daraus, dass die MA 31 gezielt und kostenbewusst arbeiten kann, aber übergeordnet gesehen auch dadurch, dass wir für die Öffentlichkeit relevante Daten problemlos im gewünschten Format und in Echtzeit an andere Stellen weiterleiten können (z. B. Trinkbrunnen, Feuerhydranten etc. via Open Government Data oder nach der INSPIRE Richtlinie)

axmann: Welche  Herausforderungen erwarten  Sie  in Zukunft speziell in Ihrem Tätigkeitsbereich?
Turecek: Das Schöne an der Geoinformatik ist, dass sie immer eine Herausforderung ist. Durch ständig neue technologische Entwicklungen und Ausweitung der Möglichkeiten steigt auch der Wunsch nach neuen Aussagen auf Basis des vorhandenen Datenmaterials. 
Unsere großen Projekte und Herausforderungen sind derzeit das Anlagenmanagement und besonders die Rohrnetzrehabilitation. Man kann also sagen: Es bleibt spannend!

axmann: Herr Turecek, wir danken sehr herzlich für das Gespräch und wünschen für die kommenden Aufgaben viel Erfolg


axmann Kontakt

Hirschstettner Straße 19 (Objekt I)
1220 Wien, Österreich
Tel +43 1 203 91 47
E-Mail office@axmann.at
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